„Stein-Reich“
Ausstellung mit Bildern und Objekten von Mechtild Alfing im Speicher auf dem Bispinghof
Gerade dieser alte Steinspeicher ist das passende Ambiente für meine Auseinandersetzung mit dem Thema „Stein“, sagt Mechtild Alfing, die seit mehr als 10 Jahren mit ihrem Mann in der Nordwalder Bauerschaft Westerode ein historisches Bauernhaus bewohnt, wo sie heute auch arbeitet.
Steine faszinieren sie schon seit ihrer Kindheit. Diese Jahrtausende alten Gebilde der Natur betrachtet die Künstlerin mit Hochachtung: „Steine sind für mich sichtbar gewordene, geronnene Zeit.“ Sie stehen für sie als Symbol für Beständigkeit, Ausdauer und Duldsamkeit. Genau inspiziert sie die Abschleifungen und Rundungen, aber auch Verletzungen, welche ein Stein im Laufe seines Lebenszyklusses erfahren hat.
Auf die Frage, wie sie zu den Motiven ihrer Kunstwerke kommt, zitiert Mechtild Alfing den berühmten Meister Picasso: "Ich suche nicht, ich finde!"
Inspirieren ließ sie sich auch durch Literatur, Kunstgeschichte und die Ausstellung „Living Stones“ in der Kulturhauptstadt Ruhrgebiet . So vielseitig wie die Betrachtungsweise der lebhaften Künstlerin so groß ist auch die Bandbreite ihrer Techniken. In Nordwalde zeigt sie Radierungen, Keramiken zu Sprichworten wie „Stein des Anstoßes“ oder „ein Stein ist mir vom Herzen gefallen“, sowie SkuIpturen aus Speckstein, Serpentin und Sandstein.
Bei der Eröffnung am Samstag, dem 7. Mai um 18 Uhr wird sie im Dialog mit Annette Quint-Hellenkamp eine kleine Einführung in die Entstehung einzelner Werke geben.
Mechtild Alfing wurde in Billerbeck geboren, verlebte ihre Kindheit in Hamm und Mönchen-gladbach, studierte zwischen den 60er und 70er Jahren an der Fachhochschule für Design in Krefeld und in Münster. Von 1969 bis 2007 war sie im Schuldienst tätig, entwickelte aber auch weiterhin ihre künstlerische Ausdrucksfähigkeit in Sommerakademien und Seminaren bei vielen namhaften Künstlern. Besonderen Eindruck hinterließen bei ihr als Lehrer im Bereich der Keramik Hermann Focke und als Zeichner und Radierer Andreas Gorke.